Das 1 x 1 des richtigen Heizen und Lüften

Wenn Sie in ihrem Haus oder im Büro Einfluss auf Fenster und Heizkörper haben, dann sorgen Sie vor allem in der Heizperiode für mehrmaliges tägliches Stoßlüften, möglichst bei abgeschalteten Heizkörpern. Das ist für das Raumluftklima wichtig. In unserem Beitrag erklären wir die Hintergründe zu Luftfeuchtigkeit, schlechter Luft und Schimmel.
 

Die meiste Zeit halten wir Menschen uns in geschlossenen Räumen auf, vor allem im Winterhalbjahr. Wie wohl wir uns dabei fühlen, hängt von vielen Faktoren ab. Dies sind zum einen die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftgüte, aber auch die persönliche Konstitution und die Tageszeit. Leider haben wir auf das Raumklima oft keinen unmittelbaren Einfluss. Vor allem am Arbeitsplatz, wenn zentrale Lüftung, Klimatisierung und verschlossene Fenster verhindern, dass jeder Kollege sein eigenes Wunschklima einstellt. Hier ist dann oftmals eine gute Kompromissbereitschaft erforderlich, vor allem bei der Wunschtemperatur. Allerdings können gute Klimasysteme heute für ein verlässliches Raumklima, stabile Temperaturen und hinreichende Luftwechsel sorgen. Unser Optimierungssystem MeteoViva® Climate ist hier ein optimales System. Einfluss nehmen können hier nur die Haustechniker und Systemoptimierer.

Was aber tun, wenn man unmittelbaren Einfluss hat, wie in der Wohnung, dem eigenen Haus, oder auch im Einzelbüro mit Heizkörper und Fenster? Neben der Lufttemperatur im Raum ist vor allem die Oberflächentemperatur der Wände, Decken, Böden und Möbel, sowie die Luftfeuchtigkeit im Raum für das Raumklima maßgeblich. Zu trockene Luft wird als belastend und auszehrend empfunden, wie auch zu hohe Luftfeuchtigkeit zu einigen Problemen führt. Als angenehm und behaglich werden bei einer relativen Luftfeuchte von 35 bis 60 Prozent Temperaturen zwischen 19 und 22 °C empfunden. Je kälter große Oberflächen sind, umso wärmer muss die Raumluft sein, damit ein Wohlfühlen gegeben ist. Besonders empfindlich wirken sich alte und schlecht isolierte Fenster aus, an denen sich dann schnell auch Kondenswasser bildet.

Eine erste Frage stellt sich: was hat es eigentlich mit der „relativen“ Luftfeuchtigkeit auf sich und woher kommt denn die Feuchtigkeit in der Luft? Die Luft kann einiges an verdampftem Wasser aufnehmen. Diese Fähigkeit hängt vor allem von ihrer Temperatur ab, je wärmer die Luft, umso mehr Wasserdampf kann sie „tragen“. Solange, bis sie vollständig gesättigt ist, also 100 % relative Feuchte hat. Darüber hinaus schlägt sich die überschüssige Feuchtigkeit dann nieder, entweder an kälteren Gegenständen oder Oberflächen. Oder es entsteht Nebel. Wenn sich nun wärmere Luft mit einem hohen relativen Feuchtegehalt abkühlt und die 100 % Grenze überschreitet, dann kann dieser Effekt unter Umständen sehr plötzlich auftreten und auch erstaunliche Wassermengen „auswerfen“. In der Natur kennen wir das von den Wolken, dem Nebel und dem Regen.

Umgekehrt sinkt die relative Luftfeuchtigkeit auch ab, wenn kühle (Außen-) Luft einfach nur aufgewärmt wird. Bei beiden Effekten, Abkühlung und Aufwärmung bleibt die absolute Menge an gelöstem Wasser in der Luft also praktisch gleich, nur das Verhältnis zur Maximalmenge ändert sich, deshalb „relativ“. Nun kommt aber in geschlossenen Räumen durchaus auch absolut Wasser zur Luft hinzu. Am offensichtlichsten ist das in Duschräumen, bei denen große Mengen warmen Wassers durch kleine Düsen versprüht und vernebelt wird. So können aus einer Dusche um die 2,5 Liter Wasser pro Stunde in die Luft gebracht werden. Auch in der Küche verdampft einiges an Wasser, am meisten beim Kochen, aber auch durch einen Geschirrspüler eine Waschmaschine, Wäschetrockner oder Bügeleisen. Typische Mengen liegen bei 0,1 bis 1,5 Liter/Stunde.

Aber es geht auch dezenter: pro Mensch werden zwischen 0,03 Liter (großes Schnapsglas) und 0,3 Liter (mittleres Wasserglas) pro Stunde Wasser verdunstet, je nach Schwere der Arbeit. Und auch Pflanzen sind beteiligt, sie verdunsten zwischen 5 und 20 Gramm (Milliliter) Wasser pro Pflanze und Stunde. Dadurch steigt also der absolute Wassergehalt an. Und jetzt wird es spannend. Wenn man nun nicht lüftet und sich diese warme, feuchte Luft in einen kälteren, z.B. unbeheizten Raum gelangt, dann schlägt sich die überschüssige Feuchtigkeit nieder. Sie bildet einen feinen feuchten Film oder tropft sogar von kalten Stellen herab. Insbesondere Kaltwasserleitungen und kalte Zimmerecken sind hier gefährdet. Dieser Feuchtigkeitsfilm ist ein hervorragender Nährboden für einen Schimmelbesatz, der oftmals erst gar nicht erkannt wird und sich dann sehr hartnäckig hält. Darüber hinaus gibt es dann noch einige Beschwerden wegen stickiger Luft, vermehrten Ausdünstungen durch Schwitzen und belastende Gerüche.

Verhindern kann man diesen Effekt nur durch regelmäßigen Luftwechsel. Ohne Lüftungsanlage muss man selbst dafür sorgen. Dies geschiet durch das sogenannte Stoßlüften. Möglichst dann, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Nach dem Schlafen, dem Duschen, beim Kochen, nach ein paar Stunden Arbeit. Kurz und kräftig, zwei- bis viermal täglich, möglichst bei abgestellten Heizkörpern. Es gibt bereits eine ganze Anzahl von elektronischen Heizkörperventilen, die automatisch die Wärmezufuhr unterbrechen, wenn das Fenster geöffnet ist.

Zu unbeheizten Räumen sollte man die Türen geschlossen halten, weil sich sonst, siehe oben, feuchte Luft sammelt und an den Wänden niederschlägt. Die Stoßlüftung funktioniert bei weit geöffneten Fenstern und Türen am besten, wenige Minuten reichen, um die Raumluft einmal komplett auszutauschen. Dabei muss man keine Angst vor großem Wärmeverlust haben, denn in der Luft ist zunächst nur wenig Wärme gespeichert. Erst ein kontinuierlicher Durchzug wegen dauerhaft schräggestelltem Fenster, womöglich noch direkt über einem Heizkörper, sorgt für erhebliche Energieverschwendung.

Wenn Sie Fragen zum richten heizen und lüften haben oder sich über das Optimierungssystem MeteoViva® Climate informieren möchten, nehmen Sie doch einfach mit uns Kontakt auf.

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